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Die
Produktion von Olivenöl
Olivenöl
ist ein einzigartiges Pflanzenöl, da es mit rein mechanischen Mitteln
aus frischem Fruchtfleisch hergestellt wird. Vielerorts hat sich das einfache
Verarbeitungsprinzip des Mahlens und anschließenden Pressens der Oliven
seit den Zeiten der Minoar kaum geändert, abgesehen davon, daß heute einfach
fortschrittlichere Geräte eingesetzt werden.
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Die
Verarbeitung Von Oliven zu Öl
Einige Mühlen verwenden riesige Granitmahlsteine, andere moderne Edelstahlgeräte,
und an die Stelle der alten Schraubenpresse ist zumeist eine hydraulische
Presse getreten. Dies hat sich auf den Ertrag und die Qualität enorm ausgewirkt.
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Mit den alten Pressen konnten nur etwa 40 Prozent des Öls gewonnen werden.
Diese sogenannte »Erstpressung« wurde auf den Ölflaschen auch als »kaltgepreßt«
gekennzeichnet. Der nächste Schritt bestand darin, heißes Wasser zu der
Masse zu geben und sie noch einmal zu pressen: die »Zweitpressung« bzw.
»heißgepreßtes« Öl, was nur selten auf dem Etikett ausgewiesen war.
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Mit der modernen
Hydraulikpresse werden über 90 Prozent des Öls gewonnen. Der restliche
Preßkuchen wird dann zur Weiterverarbeitung in die Raffinerie gebracht.
Eine Zweitpressung bzw. heißgepreßtes Öl gibt es also nicht mehr. Dennoch
drucken einige Hersteller die inzwischen bedeutungsleeren Ausdrücke immer
noch gern auf ihre Flaschen.
Die Früchte werden zuerst von den Blättern
und Zweigen befreit und dann gewaschen. Danach werden Früchte und Kerne
von zwei oder drei Mahlsteinen zu einem dicken Brei zerrieben. Die Kerne
sind wichtig, da die zerbrochenen Teile das Öl ableiten, während der Brei
gepreßt wird. Das Mahlen dauert etwa eine halbe Stunde, in der die Fruchtzellen
auseinanderbrechen und das Öl freigeben.
Die Paste wird dann gleichmäßig
auf runde Flechtmatten verteilt, die zu 30 oder 40 Stück auf der Hydraulikpresse
übereinandergeschichtet werden. Die gesamte Paste kann nicht aufeinmal
gepreßt werden, da sie dem Druck aufgrund ihrer Elastizität standhalten
würde. Die Matten dienen dazu, daß das Öl heraussickern und unten an der
Presse aufgefangen werden kann.
Die Pressen produzieren eine rötlich-braune
Flüssigkeit, die teils aus Öl, teils aus natürlichem Olivenpflanzenwasser
besteht. Diese beiden Flüssigkeiten werden in einer Zentrifuge getrennt,
und das Öl wird in Unterbodentanks eingelagert, in denen es ziemlich lange
frisch bleibt.
Früher füllte man die Flüssigkeit in Wannen und schöpfte
das Öl dann von der Oberfläche ab. Einige Betriebe verwenden diese Methode
auch heute noch gerne, weil sie dieses Öl als affiorato bezeichnen dürfen.
Der Preßkuchen, der auf den Matten in den Hydraulikpressen zurückbleibt,
und das Olivenwasser werden normalerweise an eine Raffinerie geliefert,
in der auch der letzte Rest Öl für industriele Zwecke gewonnen wird. Manchmal
dienen sie auch als Viehfutter oder als Dünger.
In letzter Zeit unterstreichen
einige Erzeuger auf ihren Etiketten oder in ihrem Werbematerial die Qualität
ihres Öls durch den Aufdruck »traditionelle Methode«. Er bezieht sich
auf die oben dargestellte Herstellungsmethode, die im Gegensatz zu einem
neuen Verfahren steht, bei dem das Öl durch Zentrifugieren direkt von
dem Brei getrennt wird. Zwischen den Ölen, die auf die eine oder andere
Weise hergestellt werden, besteht allerdings weder ein qualitativer noch
ein geschmacklicher Unterschied.
Ein paar kleine Produzenten mit hauseigener
Herstellung füllen ausschließlich frei abgelaufenes Öl ab, das nur durch
das Eigengewicht der Oliven erzeugt wird. Die Mühlen sind so aufgebaut,
daß kleine Mengen frei abtropfenden Öls vor dem Pressen der Paste gewonnen
werden können. In Spanien heißt dieses sehr hochwertige Öl Yemaflor, »Eidotterblume«.
Es wird von Hand abgefüllt mit Wachs versiegelt und mit einem nummerierten
Etikett versehen der Preis spiegelt natürlich die damit verbundene Mühe
wider!
Eine weitere Methode der Ölherstellung ist die Sinolea-Technik die sich
die unterschiedliche Oberflächenspannung von Öl und Wasser zunutze macht
und ohne Druck arbeitet. Bei diesem Verfahren läuft die Olivenpaste über
Edelstahlklingen, die sich auf und ab bewegen, wobei sich das Öl auf den
Klingen absetzt und abgeleitet wird. Auf diese Weise entsteht ein außergewöhnlich
reines Öl.
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